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Crowd-Datensammeln

Ein größeres neues Datenschutz-Thema, was kommt will ich hier mal beschreiben. Das ist ein Ding, was in Deutschland noch lange nicht erkannt wurde und daher auch noch nicht beschimpft wird.

Ich weiß nicht, ob es dafür schon spezielle Begriffe gibt, aber Informationen werden sichtbar und öffentlich, die vorher nur einer Firma oder allgemein Organisation vorbehalten waren. Es läuft so, dass die Nutzer oder Kunden dieser Organisation Daten zu irgendwelchen Aktionen irgendwo eintragen und speichern. Wenn da genügend Leute mitmachen, hat man urplötzlich außerhalb der Organisation frei verfügbar die Daten, die ursprünglich nur intern zu haben waren und oftmals wohl gehütet und geheim gehalten. Aus der traditionellen Sicht wird wohl vermutet, dass diese Daten der Organisation “gehören”. Allerdings kann man ja auch niemandem verbieten diese Infos ins Internet zu stellen. Eine Ausnahme sind hier vielleicht nur Dienste wie Mint (Erklärung kommt gleich), die solche Informationen als Abfallprodukt einer ganz anderen Dienstleistung veröffentlichen.

Aber jetzt die Beispiele, man sieht wie das Prinzip ist.

IMEI: Leute veröffentlichen die eindeutigen Nummern ihrer Handys. So lässt sich abschätzen, wieviele Geräte verkauft wurden, ganz besonders wenn die Nummern sequentiell vergeben wurden. Das wurde gemacht bei Google und Apple.

Mint: Das ist ein Dienstleister in den USA, der Konto- und Kredikartenzahlungen bei sich speichert. Sie geben dann so Sachen an wie durchschnittliche Rechnungssumme oder wie sich die Umsätze von Händlern verändern und in welchen Regionen wieviel Geld ausgegeben wird. Alles sind Dinge, die die Firmen nicht unbedingt rausrücken würden. Mehr dazu.

iPad-Verkäufe pro Stunde: Als das iPad raus gekommen ist, haben die Leute ihre Rechnungsnummern gesammelt und so konnte man genau sehen, wieviele Geräte pro Stunde verkauft werden. Apple gibt solche Zahlen natürlich nicht selber raus. Die Geschichte.

Im Grunde ist auch clever-tanken so ein Dienst. Dort tragen die Nutzer die Sprit-Preise ihrer lokalen Tankstelle ein, so dass man schauen kann, wo es gerade am günstigsten ist. Hier ist es natürlich ein Problem, wenn die Preise oft geändert werden.

Bahn-Verspätung: Hier wäre es noch nicht mal nötig, dass Fahrgäste (Bahn-Sprech: Kunden) das sammeln. Man müsste nur schön regelmäßig die frei zugänglichen Abfahrtstafeln auf der Webseite crawlen und in einer Datenbank sammeln. So ließe sich ein sehr genaues Bild schaffen, wie groß die Verspätungen wirklich sind. Die Bahn windet sich immer wieder (die Daten sind ein Betriebsgeheimnis, das selbst der Eigentümer nicht wissen darf) und sagt nur sowas wie: “Über das ganze Jahr haben wir eine Punktlichkeit von mehr als 90%.” Prüfen kann das niemand, bis zu 5 Minuten werden sowieso noch als pünktlich gewertet und ob die verspäteten 10% dann 7 oder 90 Minuten verspätet waren weiß niemand. In klein hat das die Stiftung Warentest das sehr erfolgreich gemacht und ist zu erstaunlich guten (für die Bahn miesen) Ergebnissen gekommen.

This entry was posted on Wednesday, December 8th, 2010 at 10:55 pm and is filed under Daten . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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