MBP with RD
Apple hat kürzlich ein neues MacBook Pro vorgestellt. Neu ist dabei der Bildschirm mit der extrem hohen Auflösung von 2880×1800 Px. Das sind 5,2 MPx, also mehr als Digitalkameras vor wenigen Jahren geschafft haben. Der Bildschirm ist ein Merkmal, was jeder Käufer rafft und was beworben wird.
Unter der Haube ist manches ganz anders als bisher und das ist lautlos passiert. Denn eigentlich ist das 15” MBP ein MacBook Air, wenn man sich die Ausstattung mal anschaut. Nur hat die Firma das nicht als großes MBA gebracht, weil sie bestimmt Angst hatten, dass die richtigen Profis das Ding dann nicht ernst als Arbeitsgerät nehmen würden. Etwas ähnliches gabs ja schon bei iPhone und iPod touch. Sie heißen unterschiedlich, obwohl sie beide das gleiche Gerät sind, eines mit GSM-Modul eins ohne. Der Rest ist gleich. Die beiden Geräte haben den Namen von einem Telefon und von einem Musik-Spieler. Das sind Dinger, die Leute raffen. In Wahrheit sind es Mini-Taschen-Computer. Das sind Sachen, die Leute nicht raffen. Auf US-Englisch würde ich den Satz in etwa so sagen: That’s what people are not able to wrap their head around. Ist ne lustige Redewendung, dass wenn Leute ihren Kopf nicht um etwas wickeln können, sie das nicht verstehen.
OK, weiter mit dem eigentlich großen MBA. Das Ding hat keine Festplatte mehr. Es hat natürlich noch Festspeicher, allerdings SSD. Das ist meines Wissens das erste große Notebook, dass gar nicht mehr mit Platten bestückt werden kann. Außerdem kann man über die beiden Thunderbolt-Anschlüsse je 1 Bildschirm von je 2560×1600 betreiben. Das wären z.B. 2 aktuelle 30-Zöller von Dell. Das ist schon extrem. Und außerdem ist das zusätzlich zum internen Bildschirm.
Was auch neu ist: es gibt kein optisches Laufwerk (DVD) mehr. Und keinen Netzwerk-Kabel-Anschluss. Den Geschäftskunden würden die Haare zu Berge stehen. Schließlich gibts auch keine Docking-Station und keinen Business-Nippel (Netzlog-Eintrag). Beides ein Muss für die Anzüge. Außerdem ein Muss für Anzüge: ein mickriges Trackpad, am besten mit komisch rauer Oberfläche wie bei Lenovo.
Was ich damit nur sagen will ist, dass man Innovation nur schaffen kann, wenn man altes Zeug kickt. Und man muss das tun, auch wenn es 20% der bisherigen Nutzer weh tut oder sie zwingt etwas zu ändern. Und dass genau das Letztere verlangt wird, ist bei PC-Herstellern völlig ausgeschlossen. Ich selbst falle auch in die 20% rein. Ich bin nämlich auch noch altmodisch, ich habe meine große Musik-Sammlung noch lokal auf dem Rechner gespeichert. Das ist blöd bei den relativ kleinen SSDs, hat sich aber erledigt bei die Leute, die nur noch Musik-Streaming nutzen.
This entry was posted on Friday, June 15th, 2012 at 2:58 pm and is filed under Allgemein . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

June 18th, 2012 at 8:42 am
Abhilfe bei der Musiksammlung ist ein chices NAS. Damit kannst du dann auch im Lappi deine SSD benutzen. Zusätzlich dazu bekommste die ganzen Vorteile einer netzwerkgestützen Datenablage (und ein paar Nachteile).
Von daher ist gar nicht mal soviel umdenken nötig. Dumm finde ich tatsächlich auf einen Kabelanschluss zu verzichten. Nicht jeder hat Lust, dass sein Arbeitsgerät in der Gegend rumfunkt.
June 18th, 2012 at 10:41 pm
Externe Platten hab ich ja 2. Nur die haben leider das selbe Prob wie n NAS, die sind nicht sonderlich mobil. Und das ist ja das Haupt-Ding am Notebook.Der Mobilfunk-Empfang unterwegs ist leider auch noch nicht gut genug, um sich nach hause auf die Kisten zu verbinden.