Die Geister, die ich rief

Mittlerweile hört man sogar von US-Technikern/-Chefs kritische Töne, was die allumfassende Daten-Sammelei angeht. Das wäre z.B. Doug Cutting von Cloudera auf der Strata Europe 2014. Die Details kenne ich auch nicht, aber er war offenbar bei der verschiedener neuer Mega-Daten-Software entscheidend in der Entstehung mit dabei. So, und wenn er jetzt an die Leute appelliert, mit der Technik Gutes zu tun und ethische Grenzen einzuhalten, dann erinnert mich das schon etwas an den Zauberlehrling, der von seinen eigenen Geistern überrollt wird.

Er schlägt vor, dass es eine Selbstbeschränkung der Industrie ohne staatlichen Eingriff geben sollte. Sowas gab es bisher nicht und ich frage mich auch, woher das kommen soll. Schließlich würde die Industrie von vornherein fragliche Daten-Arbeiten nicht unternehmen, wenn sie sich davon nichts versprechen würden. Und wenn sie sich was davon versprechen, haben sie natürlich von innen heraus keinen Antrieb, sich selbst zu beschränken. Daher kommt mir vor, dass der Antrieb nur von außen, vom Staat, kommen kann. Schließlich müssen Verstöße auch geahndet werden.

Oft wurde die panische deutsche Einstellung zur Daten-Sammelei aus den Fünf-Augen-Ländern belächelt. Man selbst war ohne zu überlegen dem Neuen gegenüber positiv gestimmt. Aber mir kommt vor, dass das Biest jetzt eine kritische Größe erreicht hat, dass sie selbst nachdenklich werden, auch ohne die deutsche Geschichte selbst erlebt zu haben. Nur zur Erinnerung, wie Datenverarbeitung als an sich neutrale Technik auch zum Schlechten verwendet werden kann: Im dritten Reich wurden mit Hilfe von IBM-Technik die Organisation u.a. in KZ verbessert (Spon). Sowas ist wahrscheinlich mit Schuld daran, dass die deutsche Ablehnung generell und ohne Nachdenken so groß ist. Andererseits kann die Daten-Technik wirklich viel Gutes bringen. Und wenn man Dinge kategorisch ausschließt, verpasst man die Vorteile. Es bleibt also allen Seiten nichts anderes übrig, als sich mit dem Thema zu beschäftigen und eine Linie zu ziehen, wenn man einerseits das Gute mitnehmen will, aber trotzdem das Schlechte verpassen.

This entry was posted on Monday, August 17th, 2015 at 8:33 pm and is filed under Daten . You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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